Alte Tourenvorschläge neu abgefahren

Vor 31 Jahren haben zwei LKZ-Redakteure zehn Radtouren durch den Landkreis vorgestellt. Ich wollte wissen, wie eine der Strecken heute aussieht.

Ein Artikel von Martina Peao

 

Ich muss zugeben: Am Anfang war mir mulmig. Wer weiß, wie meine Kollegen vor 31 Jahren die Touren zusammengestellt haben. Beide arbeiten noch heute in der Redaktion, also fragte ich nach, ob auf deren Wegbeschreibung Verlass sei. Sie denken doch, war die Antwort. Das kann ja was werden, dachte ich.

Der Anlass damals: Der neue Bottwartäler Radweg, der am 1.  Mai 1986 eingeweiht wurde. Die Kreisredaktion nahm dieses Ereignis zum Anlass, die neue Strecke mit einer Rundfahrt zu kombinieren und gleich mehrere Touren vorzustellen. Die Original-Zeitungsartikel haben sie aufgehoben und mir zur Verfügung gestellt. Ich wollte wissen, ob die Strecken noch heute befahrbar sind. Jede Einzelne konnte ich nicht nachradeln, dafür fehlte mir die Zeit – und Kondition. Also pickte ich eine heraus. Natürlich las ich im Vorfeld jede Beschreibung durch. Ich will ja nicht im Nirgendwo landen. In mancher Tour warnten meine Kollegen nämlich: „Ist für nichttrainierte Radler ziemlich anstrengend“. Also nichts für mich.

Idyllisch: der Blick auf Poppenweiler. Vor 31 Jahren sah es am Neckarufer noch anders aus. Mittlerweile befindet sich hier das Neckarbiotop Zugwiesen.

Ich entschied mich somit für Tour Nummer acht: Einmal rund um Ludwigsburg. „Die Fahrt eignet sich auch deshalb bestens für einen Familienausflug, da kaum Steigungen zu bewältigen sind“, so die Beschreibung. Klingt gut, dachte ich. Startpunkt: das Asperger Freibad. Der Weg führt zum Schloss Monrepos, Favoritepark, über Hoheneck hinab zum Neckar, am Ufer entlang nach Remseck, über die Felder nach Pattonville, hoch zum Salonwald, runter nach Kornwestheim, über Pflugfelden in die Ludwigsburger Weststadt und zurück nach Asperg.

Ich versuchte, mir die Wegbeschreibung einzuprägen, wollte mich aber nicht so richtig darauf verlassen. Also zeichnete ich die Tour mit dem Routenplaner Komoot (www.komoot.de) nach, um ein besseres Gefühl für die Strecke zu bekommen.

 

 

Voller Elan und mit der alten Tour in der Hand ging es dann los. Und ich muss sagen: Meine beiden Kollegen haben ein gutes Gespür für Wegbeschreibungen. Unterwegs klangen die Sätze wie „Sind die ersten beiden Steigungen überwunden, ist eine Wegkreuzung erreicht“ logischer als beim Durchlesen Zuhause. Auch hatte sich am Weg selbst nicht viel verändert. In Remseck gab es noch immer jene Tankstelle, an der man die Landesstraße sicher kreuzen soll. Auch wenn es die imposanten Graffitis an der Unterführung damals wohl nicht gab. Doch dann war die Rede von einem „Hinweisschild Garten- und Blumencenter Roland Aurenz“, an dem abzubiegen sei. Das gab es nicht mehr – dafür ein anderes. Insofern stimmte auch diese Anweisung. Einmal hieß es, nachdem man auf einer Brücke die gewaltigen Gleisanlagen des Rangierbahnhofs in Kornwestheim überquert hatte, dass geradeaus ein Feldweg wäre. Da war aber kein Feldweg, sondern eine Straße und ein Industriegebiet. Davon ließ ich mich aber nicht beirren, fuhr weiter und stieß wenig später auf den Feldweg, der inzwischen einfach später einsetzt.

Die Unterführung hilft nach wie vor, die Landstraße in Remseck sicher zu kreuzen. Nur die Graffitis haben sich wohl im Laufe der Jahre geändert…
Der Blick auf die Gleisanlagen des Rangierbahnhofs in Kornwestheim: Noch immer beeindruckend.

Trotz mäßiger Kondition habe ich die 32 Kilometer gepackt. „Die reine Fahrzeit beträgt dreieinhalb Stunden“, hatten meine Kollegen gewarnt. So viel Zeit benötigte ich auch. Für Familien würde ich die Tour jedoch nicht empfehlen, denn der Weg führt oft an Straßen entlang. Und Radwege durch die Städte im Kreis sind nach wie vor Mangelware.

Abschließend bleibt die Frage: Wie es wohl auf den anderen alten Touren heute aussieht?

 

Die alten Touren zum Anschauen: